UNSERE HOFGESCHICHTE IM Februar

Arabischer Käse aus Kassel

Wie viel Käse kaufen Sie bei einem normalen Wocheneinkauf? 200 Gramm? 500 Gramm? Mehr? Dieses Einkaufverhalten ihrer deutschen Kunden war für Hassan Baroudi von der arabischen Käserei in Kassel ein Kulturschock.

Bei der syrischen Kundschaft geht unter einem Kilogramm gar nichts. Hassans Frau Bouchra Alsamoudi erzählt, dass eine sechsköpfige syrische Familie pro Woche 5 – 10 Kilo Käse isst. Die in Salzlake eingelegten Spezialitäten sind elementarer Bestandteil aller Mahlzeiten, aber ganz besonders zum Frühstück oder als Pausenbrot für die Kinder in der Schule darf Käse nicht fehlen. Ein gutes Frühstück legt regelmäßig das Fundament für einen guten Tag – im Ramadan gewinnt dieser Aspekt noch mehr an Bedeutung. Käse als Teil der Mahlzeit vor der Morgendämmerung hilft, die lagen Tage im Fastenmonat auszuhalten. Diejenigen, die es süß mögen, kombinieren ihn mit Wassermelone, Aprikosen oder Marmelade, wer es eher herzhaft mag, nimmt Tomaten oder Gurken.

Für ihren Mann Hassan Baroudi war Käse nicht einfach nur ein gewohnter Teil seiner täglichen Ernährung. Für den studierten Agraringenieur war Käse eine Passion. Daran hat sich auch nichts geändert, als er 2014 nach Deutschland kam. Sein Traum war, einen beruflichen Neustart zu wagen mit seiner eigenen kleinen Käserei. Doch erst Mal stand Deutschlernen auf dem Programm. Gar nicht so einfach. Aber nach zwei Jahren klappte das ganz gut und so fing er an, mit seiner Ehefrau zusammen eine Existenz aufzubauen und eine arabische Käserei zu planen. Das war erst recht nicht einfach. Die Agentur für Arbeit hat sie mit der Erstellung eines Businessplans unterstützt, ansonsten waren sie auf sich allein gestellt. Durch alle Anträge, Formalitäten und die Finanzierung haben sie sich allein durchgekämpft, bis sie endlich im Herbst 2020 ihren Traum verwirklichen konnten und eine kleine Käserei mit Ladenverkauf in Kassel eröffnet haben.

Dort verarbeiten sie ca. zwei bis drei Tausend Liter Kuhmilch pro Woche zu arabischen Traditionskäsen. Sieben Sorten bieten sie an, so zum Beispiel Musannara, einem Kochkäse aus pasteurisierter Milch, oder Akkaui, der in Salzlake gereift wird. Diese beiden Käse werden aus pasteurisierter Milch hergestellt. Sie verarbeiten aber auch Rohmilch zu Mshallaleh. Diese Sorte wird erst später gekocht und ähnelt dem Mozzarella, ist aber salziger. Daneben darf der Labneh nicht fehlen. Der Frischkäse wird aus Joghurt produziert. Mit Gewürzen verfeinert wird er zu Sorke. Die unterschiedlichen Sorten werden mit Korinader, Schwarzkümmel oder Fenchel gewürzt. Aufgerollter Sorke mit Würzmantel wiederum wird als Shenkliesh bezeichnet. Der Käse wird in dem Ladengeschäft offen verkauft – Großkunden erhalten die Spezialitäten selbstverständlich vakuumiert.

Je nach Arbeitsanfall steht Hassan Baroudi bis zu 12 Stunden am Tag in der Käserei. Der Gewinn sei nicht groß „aber wir können das aushalten“ sagt Frau Alsamoudi. Und das glaubt man ihr sofort. Mit einem gehaltvollen Käse-Frühstück gestärkt, werden sie sich auch morgen daran machen, die deutsche und arabische Kundschaft zu bedienen. Auch wenn der Weg nicht einfach ist, den sie gewählt haben: Käse gehört zu ihrer Kultur und ist Teil ihrer Identität. Und wenn die Kunden sagen „Hier bekommt man den besten arabischen Käse in Deutschland“, dann hat sich die Mühe gelohnt.

Kontakt

Baroudi Käserei
Hassan Baroudi
Altenbaunaer Str. 72a
34132 Kassel
Telefon: 0177 3293454
albaroudikaeserei@gmail.com

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