Ausbildung in der Milchwirtschaft

Wer sich für eine Aus- oder Weiterbildung in der Milchverarbeitung interessiert, hat vielfache Möglichkeiten zur Auswahl. In diesem Artikel stellen wir Ausbildungsmöglichkeiten in handwerklichen Betrieben vor.

Wer sich für eine Ausbildung im Bereich Milchwirtschaft interessiert, hat drei Möglichkeiten:

Diese Ausbildungen werden sowohl in industriell ausgerichteten Unternehmen als auch in handwerklich orientierten Betrieben angeboten. Wer einen Ausbildungsvertrag abschließen möchte, sollte sich daher im Vorfeld ganz genau informieren, wie der Ausbildungsbetrieb ausgelegt ist und ob das den eignen Neigungen und Vorstellungen entspricht.

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Ausbildung zum:zur Milchtechnolog:in

Hier dreht sich alles rund um die Milch – von den Eigenschaften, über die Be- und Verarbeitung bis hin zur Herstellung unterschiedlicher Produkte. Früher wurde diese Ausbildung als Käser und Molker bezeichnet. Heute wird die Ausbildung vielfach in industriell arbeitenden Betrieben angeboten, die hauptsächlich mit computergesteuerten Anlagen arbeiten. Es gibt aber auch Betriebe, die eine eher traditionelle Ausbildung anbieten. In der handwerklichen Ausbildung wird vermittelt, wie die Produktionsprozesse in der herkömmlichen Milchverarbeitung geplant, gesteuert und überwacht werden. Wichtigstes Merkmal der Ausbildung auf einem handwerklich arbeitenden Betrieb ist der ganzheitliche Ansatz. Auszubildende gewinnen hier Einblick in alle Aspekte der Käseherstellung – vom Melkstand bis zur Verpackung. Dementsprechend gehören zu den Ausbildungsinhalten in der handwerklichen Käseherstellung

Ein wichtiger Aspekt in der täglichen Arbeit ist die Reinigung und die Einhaltung der geltenenden Qualitäts-, Sicherheits- und Hygienestandards.

Die Ausbildung dauert grundsätzlich drei Jahre. Die Ausbildungsdauer kann auf Antrag verkürzt werden, wenn der:die Bewerber:in die Abschlussprüfung in einem anderen Ausbildungsberuf bestanden hat bzw. die Fachhochschul- oder Hochschulreife nachweisen kann. Die Ausbildung beginnt mit dem Abschluss eines Ausbildungsvertrags.

Manche Ausbildungsbetriebe bieten eine Unterkunft direkt auf dem Hof an, wodurch die Erfahrungen innerhalb der Ausbildung nochmal intensiviert werden.

Neben der praktischen Ausbildung im Betrieb erhalten die Auszubildenden eine vertiefende überbetriebliche Ausbildung an einem von fünf Standorten in Deutschland: Kempten, Oldenburg, Oranienburg, Malente oder Wangen. Dort besuchen sie auch die Berufsschule im Blockunterricht.

In Deutschland gibt es 155 milchwirtschaftliche Betriebsstätten, in denen ausgebildet wird. Für das laufende Schuljahr 2020/21 wurden 223 Ausbildungsverträge in dem Ausbildungsberuf Milchtechnolog:in und 159 als Milchwirtschaftliche:r Laborant:in unterschrieben. Damit ist die Zahl der abgeschlossenen Verträge leicht rückgängig. 23 % der Auszubildenden sind weiblich.

In den zusätzlichen Informationen rechts auf dieser Seite finden Sie ein Übersicht von handwerklichen Betrieben, die Milchtechnolog:innen ausbilden.

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Ausbildung zum:zur Milchwirtschaftlichen Laborant:in

Dieser moderne Beruf ist für naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche hochaktuell. Von den Auszubildenden werden Grundkenntnisse in Chemie, Biologie und Physik und gute Mathematikkenntnisse erwartet, darum ist ein mittlerer Schulabschluss wünschenswert. Im Vordergrund dieser Ausbildung stehen moderne Untersuchungstechniken und Analyseverfahren. Ausbildungsinhalte sind die Eigenschaften und die Be- und Verarbeitung vom Rohstoff Milch. Dazu gehört die Probenahmetechnik und die chemische, physikalische und mikrobiologische Untersuchung sämtlicher Molkereiprodukte sowie Molkereihilfsstoffe. Die Auswertung und Beurteilen von Untersuchungsergebnissen gehört zu den Ausbildungsinhalten genau so, wie Produktkontrollen zur Qualitätssicherung wie Umweltschutzaspekte im Labor und fachbezogene Rechtsvorschriften.

Auch hier fängt alles mit einem Ausbildungsvertrag an. Der wesentliche Teil der Ausbildung findet in einem von dem Auszubildenden gewählten Ausbildungsbetrieb Milchwirtschaft statt. Die betriebliche Ausbildung wird durch die überbetriebliche Ausbildung in Oldenburg, Oranienburg, Malente, Wangen oder am Lehr-, Versuchs-und Fachzentrum für Milchanalytik in Triesdorf (Mittelfranken, Kreis Ansbach) ergänzt und vertieft (jährlich 5 bzw. 6 Wochen).

Weitere Informationen

Ausbildung zum:zur Milchwirtschaftlichen Laborant:in

Fachzentrum für Milchanalytik
in Triesdorf

Berufsbild
Milchwirtschaftliche:r
Laborant:in

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Ausbildung zum:zur Agrartechnischen Assistent:in

In der Ausbildung zur ATA der Fachrichtung Milchwirtschaft und Lebensmittelanalytik dreht sich alles um die Analytik von Lebensmitteln mit dem Ziel, deren Sicherheit und Qualität zu gewährleisten. Der:die agrartechnische Assistent:in ist ein klassischer Laborberuf. Der Teil „Agrar” in der Berufsbezeichnung ist nur historisch bedingt.

Mit dem Abschlusszeugnis der mittleren Reife können sich junge Menschen für den Beruf der:des Agrartechnischen Assistent:in entscheiden. Es sollten ein naturwissenschaftliches Interesse und die Bereitschaft zur gewissenhaften und sauberen Arbeit vorhanden sein. Die zweijährige Ausbildung schließt ein einjähriges Praktikum mit ein und hat dadurch einen sehr hohen Praxisanteil. Die Ausbildung gliedert sich in drei Abschnitte. Zum Einstieg erfolgt ein viermonatiger Vollzeitunterricht in der Ausbildungsstätte in Landsberg. Theoretische Unterrichtsfächer sind in dieser Zeit unter anderem Chemie, Lebensmittelmikrobiologie, milchwirtschaftliche Technologie, Qualitätssicherung oder auch Milchwirtschaftliche Gesetzeskunde. In den gut ausgestatteten und modernen Schullabors findet die Laborausbildung im chemischen und im mikrobiologischen Praktikum in Kleingruppen mit intensiver Betreuung statt. Die Praktika in den Schullabors vermitteln die Fähigkeiten für das anschließende Fachpraktikum. Dieses findet für 12 Monate in Laboratorien von anerkannten Praktikumsbetrieben statt. Bei diesen handelt es sich um Betriebe der Lebensmittelindustrie (v. a. Molkereien, aber auch Feinkosterzeuger, Brauereien, Säuglingsnahrungshersteller oder fleischverarbeitende Betriebe) oder um Lebensmitteluntersuchungslabors.

Der Aufnahmeantrag ist bis spätestens 01. März für die im darauffolgenden September beginnende Ausbildung bei der Ausbildungsstätte für ATA am Agrarbildungszentrum in Landsberg am Lech einzureichen.

Weitere Informationen

Ausbildung zum:zur Agrartechnischen Assistent:in

Agrarbildungszentrum
in Landsberg

Berufsbild
Agrartechnischen Assistent:in

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